melas Montag – KW 14+15_2018

melas Montag

Am langen Oster-Wochenende hatte mich dann doch noch ein böser Virus erwischt, sodass ich flach lag und melas Montag ausfallen lassen musste. Daher gibt es heute mal wieder eine Doppelausgabe.

Ernährung

Interview mit NQZ-Leiterin Anke Oepping

Im Interview mit der Ernährungs Umschau erklärt die Leiterin Dr. Anke Oepping, was wir vom Nationalen Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule (NQZ) im Hinblick auf die Verbesserung der Schul- und Kitaverpflegung erwarten können (inkl. PDF des kompletten Artikels zum kostenlosen Download). Das NQZ wurde Ende 2016 im Zuge der Gründung des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM geschaffen und soll die Förderung einer guten Kita- und Schulverpflegung koordinieren und weiterentwickeln. Mehr Infos unter www.nqz.de.

Neue Herkunftsbezeichnung bei Wein

Der Deutsche Weinbauernverband plant ein sechsstufiges Pyramidensystem auf den Etiketten von Weinflaschen. Entscheidend soll die Herkunft der Trauben sein. So sollen Kunden in Zukunft auf deinen Blick erkennen, welche Qualität der Wein hat. Mehr dazu gibt es auf sueddeutsche.de. Nur schade, dass die Qualität nicht unbedingt etwas über den Geschmack aussagt. Da hilft also weiterhin nur Probieren. Prost!

UGB über Gefahr von Isoglukose

Isoglukose ist eine Zuckerart, in der Einfachzucker nicht wie im Haushaltszucker, der Saccharose, verknüpft sind, sondern frei vorliegen. Kritisch könnte dies werden, wenn in der Isoglukose ein großer Anteil an Fruktose enthalten sei, denn Ernährungsmediziner warnen davor, dass eine erhöhte Aufnahme von Fruktose das Risiko für Übergewicht, Diabetes und Fettleber stärker ansteigen lasse als normaler Haushaltszucker. Die Ernährungsindustrie indes ist begeistert, denn der seit Oktober 2017 in der EU unbeschränkt zugelassene Zuckersirup hat eine stärkere Süßkraft und ist günstiger als Haushaltszucker aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr. Eine objektive Einschätzung der Isoglukose gibt es auf www.ugb.de, der Website des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung.

Zuckersteuer = Armensteuer?

Steuer auf ungesunde Lebensmittel soll vor allem einkommensschwache Menschen schützen titelt das Ärzteblatt. Der Aufhänger: In Großbritannien ist vergangene Woche die Zuckersteuer auf Getränke in Kraft getreten. Wem eine solche Steuer nützt oder schadet und warum, wird seit einiger Zeit diskutiert. Nun ergibt eine neue Studie, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen von den Steuern profitieren würden. Denn:

Eine gesündere Ernährung wäre vor allem für Menschen mit niedrigen Einkommen von Vorteil. Denn sie sind nicht nur unverhältnismäßig häufiger von NCDs (Non-communicable diseases – nichtübertragbare Krankheiten) wie Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs oder chronischen Atemwegserkrankungen betroffen. Für sie bedeuten Krankheiten auch eine deutlich höhere wirtschaftliche Belastung im Vergleich zu Haushalten mit höherem Einkommen – insbesondere wenn keine Kran­ken­ver­siche­rung besteht.

Hört sich ein wenig nach Bevormundung an, könnte aber dazu beitragen, dass der Konsum vom zuckerhaltigen Getränken zurückgeht. Was ich an dem Artikel nur nicht verstehe: Er startet mit der Aussage

Kritiker bezeichnen die Zuckersteuer gerne auch als Armensteuer, weil sie in erster Linie Menschen mit wenig Einkommen und Bildung treffen würde. Dieser Theorie widersprechen jetzt Forscher aus den USA und dem UK mit einer umfassenden Analyse, die sie im Lancet veröffentlicht haben (2018; doi: 10.1016/S0140-6736(18)30667-6).

Eine der ForscherInnen (Rachel Nugent vom Research Triangle Institute (RTI) in Seattle) sagt Folgendes:

Die Beweise deuten darauf hin, dass Bedenken hinsichtlich höherer Steuern auf Tabak, Alkohol und Softdrinks, die den Armen schaden, übertrieben sind. Steuern auf ungesunde Produkte können große gesundheitliche Vorteile bringen.

Vielleicht bin ich nicht tief genug drin, aber ist der positive oder negative Effekt der Steuer in dieser Argumentation nicht eine Sache der Perspektive? Einkommensschwache Menschen sehen das Ganze sicher eher als Nachteil, während sich der Gesundheitssektor auf die geschilderten Vorteile fokussiert. Eventuell war es sogar das, was hier beschrieben werden sollte. Durch die etwas sperrige Formulierung (wie das nach meiner Wahrnehmung bei vielen Artikeln über wissenschaftliche Studien ist) hat sich das – bei mir zumindest – nicht wirklich erschlossen. Oder liege ich hier völlig falsch?

Zucker-Tipps für Frauen

Und weil wir schon mal beim Zucker sind: Auf healthandthecity.de gibt Alexandra von Knobloch Antworten auf die Frage Wie viel Zucker ist gesund? Wie freier Zucker und Getränke schaden.

Kommunikation

Ernährungskommunikation im BZfE

Eva Zovko, Diplom-Oecotrophologin und Referatsleiterin Ernährung beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erläutert in einem Interview das Selbstverständnis des BZfE und ihre Sicht auf Herausforderungen und Trends in der Ernährungskommunikation. Im Zentrum steht die Vermittlung von praxisrelevanten Handlungskompetenzen statt reiner Wissensvermittlung, nach dem Motto Vom Wissen zum Handeln.

Journalisten ansprechen in Social Media

Stephanie A. Kowalski zeigt anhand von Studien, dass soziale Medien im Arbeitsalltag und in der Recherche von Journalisten angekommen sind. Ihr Tipp:

Wer professionell kommuniziert oder PR betreibt, sollte sich darauf einstellen und sein eigenes Verhalten und die individuellen Strategien entsprechend anpassen.

Einen Artikel über die zitierte Studie zur Zusammenarbeit von PR und Fachjournalisten (aus 2016) gibt es bei pr-vonharsdorf.de.

Taktiken gegen die digitale Überlastung

Kerstin Hoffmann aka PR-Doktor gibt einen kleinen Einblick in ihre Strategien, Taktiken und Tools, mit denen sie sich den (digitalen) Alltag erleichtert. Konkret geht es darum, die digitalen Aktivitäten als Freiberufler so zu koordinieren, dass sie einigermaßen problemlos zu bewältigen sind. Tools und ein fester Tagesablauf helfen, wie hier zu lesen ist: Meine persönlichen 5 Taktiken gegen die digitale Überlastung im Alltag – mit Tooltipps und Links

Extra-Tipp:

An dieser Stelle weise ich gerne noch einmal auf den Artikel von upload-magazin.de hin: Tools und Dienste für Automatisierungen

Rechtschreibregeln für Datumsangaben

Man lernt ja nie aus. Zum Beispiel bei der Angabe eines Daums im Text kann man jede Menge falsch machen. Wie gut, dass es so kluge Lektorinnen gibt wie Sandra Meinzenbach von TextSkizzen! In ihrem Blog erklärt sie ausführlich, wie es richtig geht.

Grünes

DBV-Ökobeauftragter Bassewitz im Interview

Dr. Heino von Bassewitz, Biolandwirt und Ökobeauftragter des Deutschen Bauernverbandes (DBV) äußert sich im Interview mit oekolandbau.de zum Thema Wie beeinflusst das starke Wachstum den Biomarkt?. Seine Prognose, wie der Biomarkt in zehn Jahren aussehen wird:

In zehn Jahren werden 20 Prozent der Betriebe ökologisch wirtschaften und Bioprodukte einen Marktanteil von zehn Prozent haben. Die Preise werden möglicherweise etwas niedriger liegen, aber für die Erzeuger kostendeckend sein, da durch technologischen Fortschritt auch kostengünstiger produziert werden kann.

NABU-Infografik zum umweltfreundlichen Einkauf

Bei einer Infografik habe ich mir etwas Kleineres vorgestellt, tatsächlich ist es ein Riesending: Der Naturschutzbund hat Informationen zum nachhaltigen Einkauf im Supermarkt grafisch aufbereitet, und zwar für jede Abteilung – von Obst und Gemüse über Trockenware, Frischetheke, Kühlregal, Getränke- und Kosmetikabteilung bis zur Kasse und zum Parkplatz. Bewegt man den Mauszeiger über die blauen Stecknadeln in den Zeichnungen, werden zusätzliche Infos angezeigt. Sehr schön gemacht!

Essbare Beschichtung hält Obst und Gemüse länger frisch

Wird Obst und Gemüse in Plastik verpackt, wird häufig mit der längeren Haltbarkeit argumentiert. Ein schwieriges Thema, denn schließlich wäre es optimal, Plastikmüll zu reduzieren und gleichzeitig weniger frische Ware wegschmeißen zu müssen. Eine Lösung für Supermärkte hat vielleicht das Start-up Apeel: Mit der Beschichtung namens Edipeel hält Obst und Gemüse doppelt so lange nach der Ernte wie ohne, die Zeit soll sich sogar bald verdrei- und vervierfachen.

Tipps für den bienenfreundlichen Garten

Tipps für den bienenfreundlichen Garten und Balkon gibt es auf smarticular.netUnd wer mehr über Pflanzen erfahren möchte, die besonders viel Nektar und Pollen für Wild- und Honigbienen bereithalten, dem sei das Lexikon des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ans Herz gelegt. Das PDF kann auf www.bmel.de heruntergeladen werden (unten auf der Seite).

Melanie Kirk-Mechtel
Letzte Artikel von Melanie Kirk-Mechtel (Alle anzeigen)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.