Ich will keine Gurke in Plastik

Jedes Mal, wenn ich im Supermarkt meines Vertrauens eine (Bio-)Gurke kaufe, frage ich mich, wieso diese in Plastik eingeschweißt ist. Ich finde das unnötig. Genauso sehen das 76 Prozent der deutschen Verbraucher, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. ergab.

Kunden wollen keine Verpackungen bei Obst und Gemüse

Für die NABU-Studie wurden mehr als tausend Kunden befragt, wie und wo sie ihr Obst und Gemüse kaufen und was sie sich vom Handel wünschen. 76 Prozent der Teilnehmer bevorzugen Obst und Gemüse, das nicht abgepackt ist. Lediglich vier Prozent kaufen es lieber mit Verpackung. Um Plastikmüll zu vermeiden, sind 85 Prozent der Kunden bereit, einen eigenen Beutel für Obst und Gemüse zum Einkauf mitzunehmen. Unter den Befragten, die Obst und Gemüse überwiegend im Bioladen einkaufen, waren es sogar 95 Prozent. Wenn überhaupt, sollten Obst und Gemüse in Papierverpackungen angeboten werden, finden 80 Prozent der Konsumenten. 26 Prozent finden Plastik allerdings auch in Ordnung, wenn es Bio-Plastik ist. 64 Prozent der Befragten sind – wie ich – der Meinung, dass es unglaubwürdig ist, wenn Bio-Obst und Bio-Gemüse in Plastik verpackt werden. Neben dem umweltschädlichen Plastikmüll gibt es aber auch praktische Gründe, warum Kunden unverpacktes Obst und Gemüse bevorzugen: 62 Prozent der Studienteilnehmer bemängeln, dass sie bei abgepackter Ware selten die Menge bekommen, die sie benötigen.

Obst, Gemüse und mehr unverpackt einkaufen

Der Handel nennt als Gründe für die Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse Hygiene, Frische und Schutz der Produkte. Klar ist aber auch, dass verpackte Ware unter logistischen Aspekten sehr praktisch ist. Ein weiteres Argument der Unternehmen ist es, dass unverpackte Bio-Produkte leicht mit den konventionellen Varianten verwechselt werden können. Ist das der Grund, weshalb meine Bio-Gurke in Plastik eingeschweißt ist? Konsequent wäre es, wenn ich die Gurke von nun an im Bioladen oder auf dem Markt kaufen würde. Genau wie viele andere Lebensmittel, die riesige Berge an Plastikmüll verursachen. Eine gute Möglichkeit, um Müll zu vermeiden, sind auch Unverpackt-Läden, bei denen man unter anderem Käse, Wurst, Müsli, Kaffee, Saucen oder Brotauftriche in eigenen Gefäßen einkaufen kann, in Bonn zum Beispiel Freikost Deinet.

Mehr zum unverpackten Einkauf und Adressen von Unverpackt-Läden gibt es auf der Website des NABU>>

Über Melanie Kirk-Mechtel (136 Artikel)
Diplom-Oecotrophologin mit Webaffinität, Fachjournalistin und PR-Redakteurin. Das Wörtchen "mela", das in Melanie steckt, heißt auf Italienisch übrigens "Apfel". Der grüne Apfel in meinem Header steht außerdem für meine beiden Kernthemen Ernährung & Nachhaltigkeit. Wenn Sie Unterstützung im Bereich Kommunikation benötigen, freue ich mich auf Ihre Nachricht!

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