Genießt uns!-Awards gegen Verschwendung

Pressefoto Preisträger Genießt uns!-Awards Anuga 2015 mit der Deutschen Welthungerhilfe. Geniesst uns Award 2015. Von links Otmar Mutzenbach Weisses Bräuhaus München, Rike Kappler Cibaria Biobäckerei Münster, Peter Zens Gertrudenhof Bauernhof Hürth - © Rudi Laschet/Welthungerhilfe

Auf der Ernährungsmesse Anuga in Köln wurden am Dienstag die ersten drei Awards der Initiative „Genießt uns!“ vergeben, die Betriebe für vorbildliche Maßnahmen zur Abfallvermeidung auszeichnen. Preisträger sind der Erlebnisbauernhof Gertrudenhof in Hürth bei Köln, die Bio-Bäckerei Cibaria aus Münster und der Münchner Traditionsgasthof Weisses Bräuhaus.

Die „Genießt uns!“-Initiative

„Genießt uns!“ ist eine gemeinsame Initiative von WWF Deutschland, die Welthungerhilfe, United Against Waste, Foodsharing e.V., der Verbraucherzentrale NRW und dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Ziel der Initiative ist es, Unternehmer zu mobilisieren, die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren. Um dies zu erreichen, honoriert „Genießt uns!“ Betriebe, die nachweislich effektive Maßnahmen zur Abfallvermeidung in ihre Wertschöpfungskette integriert haben und macht sie damit zu „zukunftsweisenden Leuchtturmprojekten“.

Dadurch wiederum sollen diejenigen Betriebe motiviert werden, die noch keine Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung ergriffen haben. Das gesammelte Wissen und die Erfahrungen rund um die Vermeidung von Lebensmittelabfällen will die Initiative bündeln und auf ihrer Website geniesstuns.de veröffentlichen. Fachlich und finanziell gefördert wird das Projekt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), wissenschaftlich begleitet von der Fachhochschule Münster (iSuN).

Der Wettbewerb

Ende 2014 konnten sich kleine und mittlere Unternehmen aus Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und Gastronomie für die Teilnahme bewerben. Aus allen Einsendungen wurden 27 Betriebe ausgewählt, die anhand eines Unternehmens-Checks ihre Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung dokumentiert haben. Das Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN) begleitete die Checks wissenschaftlich und bewertete dabei Aspekte wie die Transparenz im Umgang mit Abfallmengen oder die Kommunikation von Abfallvermeidungsstrategien (Checklisten anschauen>>). Alle 27 Teilnehmer wurden auf geniesstuns.de vorgestellt. Im Frühjahr folgte dann die wissenschaftliche Auswertung der Unternehmensschecks und im Herbst wurden die Gewinner bekannt gegeben, die die dreiköpfige Jury – bestehend aus Hanni Rützler, Christian Rach und Prof. Ritter – ausgewählt hat.

Die Gewinner

Aus den 16 Nominierten, deren Konzepte alle im Rahmen des Bühnenprogramms zur Preisverleihung vorgestellt wurden, blieben am Schluss die drei Gewinner übrig. „Allen drei Unternehmen gelingt es auf vorbildliche Weise, effektive Maßnahmen im Alltagsbetrieb zu verankern, um Lebensmittelabfälle erst gar nicht entstehen zu lassen.“ ist im Blog der Welthungerhilfe zu lesen. Hier die Begründungen für die Auswahl der drei Gewinner:

  1. Beim Gertrudenhof gibt es eine „Schlemmerstation“ für überschüssige Lebensmittel, krummes Gemüse wird verkauft, und der Milchlieferant nimmt unverkaufte Milch zurück, um Käse daraus herzustellen.  Außerdem bringt der Schulbauernhof Kindern die Wertschätzung für Lebensmittel nahe.
  2. Bei der Bio-Bäckerei Cibaria ist nicht verkaufte Ware die wichtigste Stellschraube der Produktion: Aus nicht verkauften Broten und Brötchen werden Paniermehl oder neue Backwaren hergestellt.
    Was nicht verarbeitet wird, geht zum Beispiel als Spende an Bahnhofsmissionen.
  3. Im Weissen Bräuhaus München wurde die Speisekarte so umgestellt, dass Salate und Beilagen (nach Wunsch) getrennt bestellt werden können. Auch eine halbe Haxe wird angeboten. In der Küche wurden die Produktion optimiert, sodass die Entsorgungskosten für Lebensmittelreste seit 2008 um 60 % sanken und der Restmüll um 20 % zurückging.

Meine Meinung: Drei tolle Beispiele für Müllvermeidung bei Lebensmitteln, von denen sich andere Betriebe gerne ein Scheibchen abschneiden können!

 

Weitere Infos

Über Melanie Kirk-Mechtel (136 Artikel)
Diplom-Oecotrophologin mit Webaffinität, Fachjournalistin und PR-Redakteurin. Das Wörtchen "mela", das in Melanie steckt, heißt auf Italienisch übrigens "Apfel". Der grüne Apfel in meinem Header steht außerdem für meine beiden Kernthemen Ernährung & Nachhaltigkeit. Wenn Sie Unterstützung im Bereich Kommunikation benötigen, freue ich mich auf Ihre Nachricht!

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