Weltweite Ernährungstrends

Food Porn

Mintel, die nach eigenen Angaben „weltweit führende“ Agentur für Market Intelligence hat mir gestern eine Pressemitteilungmit dem Titel „Mintel identifiziert Lebensmittel- und Getränketrends für das Jahr 2016“ zugeschickt. Die Ergebnisse sind zwar weder bahnbrechend noch überraschend. Trotzdem nehme ich die Meldung zum Anlass, einmal aufzulisten, in welche Richtung die Ernährungstrends im nächsten Jahr (laut Mintel) gehen.

Lebensmittelalternativen für alle

Laktosefreie Milch wird nicht nur von laktoseintoleranten Menschen verwendet und Fleischersatzprodukte werden zunehmend auch von Verbrauchern gegessen, die keine Vegetarier oder Veganer sind (Flexitarier). Vielmehr dienen diese alternativen Lebensmittel als neue Proteinquellen für einen großen Querschnitt an Konsumenten. „Damit deutet sich eine grundlegende Veränderung des Marktes an, in dem Alternativen in den Mainstream übergehen.“, analysiert Mintel’s Global Food und Drink Analystin Jenny Zegler diese Entwicklung.

Zusatzstoffe sind unerwünscht

Zusatzstoffe wie künstliche Süßstoffe in Lebensmitteln und Getränken werden von Verbrauchern immer mehr hinterfragt und daher von vielen Herstellern aus den Produkten entfernt. Stattdessen geht der Trend zu natürlicheren und weniger verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken.

Umweltaspekte sind essenziell

Umweltkatastrophen und Naturphänomene sowie die Diskussion um Lebensmittelverschwendung werden auch einen Einfluss auf die zukünftige Produktion von Lebensmitteln und Getränken haben.“Im Jahr 2016 wird sich Nachhaltigkeit von einer Nebensächlichkeit zu einem notwendigen Bestandteil bei dem Entwurf neuer Produktinnovationen entwickeln.“, so Jenny Zegler.

Wohlbefinden essen und trinken

Nach dem Motto „Schönheit kommt von innen“ erkennen mehr und mehr Verbraucher, dass sie durch die Ernährung auch ihr Wohlbefinden und ihr Aussehen beeinflussen können. Beispiel: Lebensmittel mit probiotischen Bakterien.

Fitness-Food für Aktive

Weil viele Verbraucher fit und aktiv sein möchten, gibt es nach wie vor einen großen Bedarf an Lebensmitteln und Getränken, die die sportlichen Ambitionen unterstützen sollen.

Lebensmittel sollen glaubwürdig sein

Verbraucher fühlen sich von großen Herstellern hintergangen, die ihre Massenprodukte wie bäuerlich oder handwerklich hergestellte Lebensmittel vermarktet haben.  „Diese Proliferation – und gelegentliche Propaganda – wird Verbraucher und Regulierungsbehörden gleichermaßen dazu veranlassen, nach verifizierten Produktsiegeln Ausschau zu halten.“ schätzt Jenny Zegler die Lage ein.

Online-Shopping

Noch werden Lebensmittel nicht in großem Maße online eingekauft. Für neue, besondere Produkte ist das Internet aber eine optimale Vetriebsschiene.

Zurück zu den Wurzeln

„Angesichts der vielen hochverarbeiteten Lebensmittel, die heutzutage im Supermarktregal zu finden sind, interessieren sich Verbraucher wieder vermehrt für alte Getreidesorten und Superfoods.“

Essen und Trinken in sozialen Medien

Essen und Trinken gehören zu den beliebtesten Themen in den sozialen Medien. Ob Kochanleitung per Video, Food Porn oder Erfahrungsbericht – alles wird von (fast) jedem geteilt. „Die steigende Anzahl von Food Bloggern und YouTube-Köchen hat bei Verbrauchern ein erneutes Interesse am Kochen geweckt. Allerdings wird nicht nur für den Hunger gekocht, sondern auch um die neueste Kreation auf Social Media zu präsentieren.“, so Jenny Zegler.

Dinner for One

„Immer mehr Verbraucher in allen Altersgruppen leben in Einpersonenhaushalten oder essen Mahlzeiten gelegentlich allein. Diese Mahlzeiten für eine Person erfordern kleinere Produktgrößen und Verpackungen(…)“.

Positives Image von Fett

So langsam sickert es durch: Unter den Fetten gibt es auch viele, die eine gute Zusammensetzung und positive Wirkungen auf unseren Körper haben. Daher ist Fett nicht generell unerwünscht, so wie es jahrzentelang propagiert wurde. „Das Bewusstsein für die vielen verschiedenen Quellen von guten und schlechten Fetten läutet einen Paradigmenwechsel ein, in dem Fettgehalt nicht mehr die erste und wichtigste Überlegung – und Barriere – bei der Suche nach gesunden Produkten ist“.

Mal sehen, was die Lebensmittelwirtschaft mit diesen Trends anfängt 😉 Bestimmt werde ich einige der Themen demnächst aufgreifen und einmal näher betrachten.

Über Melanie Kirk-Mechtel (146 Artikel)
Diplom-Oecotrophologin mit Webaffinität, Fachjournalistin und PR-Redakteurin. Das Wörtchen "mela", das in Melanie steckt, heißt auf Italienisch übrigens "Apfel". Der grüne Apfel in meinem Header steht außerdem für meine beiden Kernthemen Ernährung & Nachhaltigkeit. Wenn Sie Unterstützung im Bereich Kommunikation benötigen, freue ich mich auf Ihre Nachricht!

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