Das Agrar-Blogger-Camp 4.0 in der BLE

Roll-up Agrar-Blogger-Camp 4.0

Am 5. März 2020 war ich als Ernährungsbloggerin zum Agrar-Blogger-Camp 4.0 in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingeladen. Das Barcamp fand zum vierten Mal statt und wurde von AgChat Deutschland veranstaltet, einer Gruppe von Landwirt*innen, die in den Sozialen Medien aktiv sind und anderen Landwirt*innen unter dem Motto „Social Power to the Bauer“ Hilfestellung geben und sie untereinander vernetzen möchte. Ich selbst bin mit meiner Teilnahme einen winzig kleinen Schritt in Richtung Vernetzung von Food- und Agrar-Blogger*innen gegangen. Da Landwirtschaft und Ernährung zwingend zusammengehören, sollten wir uns aber noch viel stärker miteinander verbinden.

Die Veranstaltung startete schon am 4. März und wurde am 6. März mit interessanten Vorträgen fortgesetzt, die ich leider verpasst habe, weil ich krank geworden bin. Die Berichte verschiedener Teilnehmer*innen verlinke ich ganz unten. Nun aber erstmal zu meinen Eindrücken.

Eröffnungsrede Dr. Eiden
Dr. Hanns-Christoph Eiden bei seiner Eröffnungsrede
Begrüßung Nadine Henke
Nadine Henke begrüßt die Teilnehmer*innen

 

 

 

 

 

 

 

Vorstellungsrunde und Sessionplanung

Wie bei Barcamps üblich, gab es nach der Eröffnungsrede von Gastgeber Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der BLE, und der Begrüßung durch Mitorganisatorin Nadine Henke erstmal eine Vorstellungsrunde, bei der jeder drei Hashtags genannt hat, die sie/ihn oder ihre/seine Tätigkeit beschreiben. Es zeigte sich, dass wirklich viele Blogger*innen aktive Landwirte waren, andere kamen aus nachgelagerten Branchen oder aus der Kommunikation. Beim anschließenden Pitch, bei dem alle Teilnehmer*innen aufgefordert waren, Ideen für Sessions vorzuschlagen, kam ein buntes Füllhorn an Themen zusammen, und die 16 zur Verfügung stehenden Slots füllten sich schnell.

Sessionplan
Sessionplan Agrar-Blogger-Camp 4.0

Raus aus der Filterblase

So unterschiedlich die Themen auch waren, so Streitkulturtauchte in vielen Sessions und in Gesprächen dazwischen immer wieder die Frage auf, wie sich die Zielgruppe – in erster Linie Verbraucher*innen bzw. Prosument*innen – besser erreichen ließe. Und natürlich war in Zeiten des Bauern-Bashings und der Shitstorms auf landwirtschaftlichen Internetseiten ein großes Thema, wie sich Beschimpfungen durch verschiedene Aktivistengruppen am klügsten begegnen ließe. Auf Inhalte und Strategien möchte ich hier nicht weiter eingehen, weil das den Rahmen sprengen würde. Die einzelnen Aspekte einer sachlichen Kommunikation rund um die Landwirtschaft sind sicher noch eine nähere Betrachtung wert!

Meine Session

In meiner eigenen Session mit dem Titel Ich hole das Land in die Stadt hatte ich mir eigentlich vorgenommen, alle meine (zum größten Teil ehrenamtlichen) Aktivitäten vorzustellen, die zum Ziel hatten und haben, Landwirt*innen aus der Region eine Plattform zur Vernetzung mit den Bonnern sowie Absatzmöglichkeiten in der Stadt zu bieten. Im Einzelnen sind/waren das:

Es zeigte sich allerdings schnell, dass „meine“ Formate auch eher in einer meiner eigenen Filterblase stattfinden, in einem Umfeld von gebildeteten Städtern, die etwas für eine bessere und nachhaltigere Ernährung tun möchten. Bei den Bauern kommt dagegen bisher nicht viel an. Und u. a. auch aus der Vereinstätigkeit beim Stadt.Land.Markt. e. V., der den Erzeugermarkt organisiert, weiß ich, dass es für kleine Betriebe nicht ohne Hürden ist, einen lohnenden Marktstand zu betreiben oder jede Woche bei einer Verteilung der Marktschwärmerei vor Ort zu sein. Um diese und weitere Aspekte ging es in der anschließenden Diskussion. Nicht einfach jedenfalls, die Vorstellungen der verschiedenen Seiten zusammenzubringen. Aber auch an diesem Thema bleibe ich dran…

Trotz diskutierter Schwierigkeiten bin ich sicher, dass sich zivilgesellschaftliches Engagement in Sachen Ernährung lohnen und auch zu einem guten Kontakt zwischen Landwirten und Verbrauchern beitragen kann. Auf jeden Fall ist dies ein Anstoß für mich, auch „die andere Seite“ zu verstehen und in Zukunft (weiter) an gemeinsamen Projekten zu arbeiten – sowohl im „echten“ Leben als auch digital.

Zuallererst möchte ich die neu geknüpften, zarten Bande dazu nutzen, verschiedene Agrar-Blogger vorzustellen. Meinen kleinen Fragebogen hat freundlicherweise Mitorganisator Bernhard Barkmann an alle Teilnehmer*innen verschickt. Ich hoffe sehr auf regen Rücklauf!

Weitere Berichte

Hier zwei Artikel zum Agrar-Blogger-Camp 4.0:

NamensschildAgrarbloggercamp 4.0: Raus aus der Blase [topagrar.com]

Viertes Treffen der Agrar-Blogger in Bonn [wochenblatt.com]

Weitere Beiträge verlinke ich gerne.

Viele Posts mit Eindrücken von der Veranstaltung findet ihr auch auf Twitter und Instagram unter dem Hashtag #AgChat20.

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