Blumen pflanzen ohne Torf

Der Frühling naht mit großen Schritten, und viele Menschen können es kaum erwarten, endlich die Balkonkästen oder den Garten zu bepflanzen. Da muss natürlich auch jede Menge frische Blumenerde her. Diese sollte aber möglichst keinen Torf enthalten. Denn die Torfgewinnung ist nicht besonders umweltfreundlich.

Torf hat für Hobbygärtner jede Menge Vorteile. Daher ist er in vielen Blumenerden enthalten und wird ohne Bedenken eingesetzt. Da er aber nicht unbegrenzt aus den Mooren abgebaut werden kann, sollte man ihn, wenn überhaupt, nur sparsam verwenden.

Die Gewinnung von Torf

Torf bildet sich in den Hochmooren aus den moortypischen Pflanzen wie Moosen und Gräsern, die langsam absinken und absterben. Das geht sehr langsam vor sich:  Bis aus der Moosschicht eines Hochmoores Torf wird, dauert es Jahrhunderte. Um den Torf zu gewinnen, werden die Moorflächen entwässert und der Torf nach und nach abgestochen. Dabei werden Flächen zerstört, die eigentlich den Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen bilden. Weil die Moore außerdem viel CO2 binden, wird dieses durch den Torfabbau frei und gelangt in die Atmosphäre. Allein in Niedersachsen werden pro Jahr über 8 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Da wir aber noch viel mehr Torf verwenden, kommen weitere Mengen aus Russland und dem Baltikum.

Alternativen zu Torf

Torf wird gerne zum Gärtnern verwendet, weil er Wasser lange speichert und schön locker ist.  Meist lässt er sich jedoch durch anderes faseriges Pflanzenmaterial mit ähnlichen Eigenschaften ersetzen, zum Beispiel durch Kokosfasern oder Rindenhumus. Bei manchen Produkten werden außerdem Maisstroh oder Reisspelzen untergemischt, die Wasser ebenfalls lange speichern und die Erde auflockern.

Viele Pflanzen brauchen eigentlich gar keine Torferde, damit sie gut gedeihen. Viel wichtiger ist es, die Erde immer gut aufzulockern. Und wer sicher sein möchte, dass Blumen, Grünpflanzen oder Gemüse genügend Nährstoffe bekommen, der verwendet am besten den eigenen Kompost. Den kann man übrigens auch in der Wohnung oder auf dem Balkon fermentieren, zum Beispiel in einem sogenannten Bokashi-Komposter oder anderen Indoor-Kompostern. Der eigene Kompost ist außerdem eine tolle Möglichkeit, Küchenabfälle zu reduzieren bzw. weiterzuverwerten.

Mehr zum Kompostieren zu Hause:

Kompost mal anders – umweltbewusste Kompostierung in der Küche

Neues Gerät macht Küchenabfall in drei Stunden zu Kompost

Kokoserde und viele weitere Produkte aus Kokosfasern gibt es zum Beispiel hier: www.kokos-erde.de

Über Melanie Kirk-Mechtel (146 Artikel)
Diplom-Oecotrophologin mit Webaffinität, Fachjournalistin und PR-Redakteurin. Das Wörtchen "mela", das in Melanie steckt, heißt auf Italienisch übrigens "Apfel". Der grüne Apfel in meinem Header steht außerdem für meine beiden Kernthemen Ernährung & Nachhaltigkeit. Wenn Sie Unterstützung im Bereich Kommunikation benötigen, freue ich mich auf Ihre Nachricht!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*