Jetzt mitmachen beim Soja-Experiment

In einem Gemeinschaftsprojekt möchten der Tofu-Hersteller Taifun und die Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim Sojasorten und -stämme identifizieren, die sich problemlos in Deutschland anbauen lassen. Das Besondere (und Öffentlichkeitswirksame) daran: 1000 Hobbygärtner sollen mitmachen bei 1000 Gärten – Das Soja-Experiment. Bewerben können sich alle, die 12 Quadratmeter Gartenfläche frei haben, um dort 12 verschiedene Sojastämme anzubauen. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2016.

Warum mitmachen?

Soja bzw. Produkte aus Sojabohnen liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß und sind damit eine nachhaltige Alternative zu tierischen Produkten. Statt für die menschliche Ernährung wird der Hauptanteil des weltweit erzeugten Sojas allerdings an Tiere verfüttert. Ein Problem: Die großen Erntemengen kommen durch Monokulturen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zustande und schaden so erheblich der Umwelt. Zudem dominiert in den klassischen Anbauländern Asien, USA und Südamerika der Anbau von Gen-Soja, während der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut in Europa verboten ist.

Wer beim Soja-Experiment mitmacht, kann dazu beitragen, dass regional und klimatisch angepasste Soja-Sorten gezüchtet werden, die in Bio-Qualität gewinnbringend in Deutschland angebaut werden können. Ein weiterer Pluspunkt: Die neuen Sorten sind frei von Patenten, sodass Züchter und Landwirte unabhängig von den Saatgut-Monopolisten sind.

Soja-Anbau in Deutschland

Bislang spielt der Sojaanbau in Deutschland noch keine große Rolle. Lediglich im Süden des Landes, am Oberrhein und in Bayern, wird die Sojabohne heute schon erfolgreich angebaut. Taifun bezieht nach eigenen Angaben 25 Prozent seines Sojas von heimischen Bauern; 65 Prozent stammen aus Österreich und Frankreich.

Um in weiteren deutschen Regionen Sojabohnen anbauen zu können, werden kühleresistente Sorten benötigt.

Wenn es uns gelingt, verbesserte Sorten zu züchten, hat Deutschland gute Chancen, die Eigenversorgung mit Öko-Soja in Zukunft auszubauen, sagt Dr. Volker Hahn von der Landessaatzuchtanstalt an der Universität Hohenheim.

Trotz der Hürden ist die Anbaufläche für Sojabohnen in Deutschland in den letzten Jahren stetig gewachsen: 2012 wurden auf etwa 5.000 ha Sojabohnen angebaut, im Jahr 2013 waren es rund 6.500 ha und 2015 stieg die Soja-Anbaufläche auf bundesweit über 17.000 ha (Quelle: proplanta.de). Eine Rolle bei der Ausweitung der Anbauflächen dürfte auch die Eiweißpflanzenstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums spielen. Deren Ziel ist es „Wettbewerbsnachteile heimischer Eiweißpflanzen zu vermindern, Forschungslücken zu schließen und erforderliche Maßnahmen zur Umsetzung in die Praxis durchzuführen“ und damit den Anbau von Leguminosen (Hülsenfrüchten) zu fördern.

Also, wer Spaß am Gärtnern hat und den (ökologischen) Sojaanbau in Deutschland voranbringen möchte, kann sich auf der Website der Aktion anmelden.

Über Kommentare zu erfolgreichen Bewerbungen bzw. den Verlauf des Experiments würde ich mich sehr freuen!

Übrigens…

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2016 zum Jahr der Hülsenfrüchte ernannt, zu denen neben Erbsen, Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Lupinen und Erdnüssen auch die Sojabohnen gehören.

Umfangreiche Informationen zum Soja-Anbau in Deutschland bietet der Sojaförderring.

 

Foto: Thiago Tintori Maia / flickr.com

Über Melanie Kirk-Mechtel (157 Artikel)
Diplom-Oecotrophologin mit Webaffinität, Fachjournalistin und PR-Redakteurin. Das Wörtchen "mela", das in Melanie steckt, heißt auf Italienisch übrigens "Apfel". Der grüne Apfel in meinem Header steht außerdem für meine beiden Kernthemen Ernährung & Nachhaltigkeit. Wenn Sie Unterstützung im Bereich Kommunikation benötigen, freue ich mich auf Ihre Nachricht!

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