Fleischbestellung im Internet – Unboxing

Rindfleisch aus Bestellung von My Local Meat

[Werbung] Ab und zu werde ich von trusted blogs eingeladen, mich auf eine Blogger-Kampagne zu bewerben, manchmal tue ich das auch – und manchmal klappt es sogar. Diesmal habe ich mich besonders gefreut, da es um ein Start-Up im Bereich Fleisch ging. Das essen wir sonst sehr selten, aber gerade hatte ich fürs Bundeszentrum für Ernährung einen Artikel über Crowdbutching geschrieben, mich also mit dem Thema Fleischbestellung im Internet und verschiedenen Anbietern ein wenig beschäftigt. Daher war ich sehr gespannt auf diese Kooperation!

Online-Bestellung bei My Local Meat

Mein „Honorar“ für die Kampagne besteht bzw. bestand aus einem 100-Euro-Gutschein im Shop von www.mylocalmeat.de. Den hätte ich für ein schönes Roastbeef und ein Porterhouse-Steak „verbraten“ können, aber das wollte ich nicht. Denn ein Teil des Konzeptes ist es, dass (fast) alle Teilstücke vermarktet werden und nicht nur die gängigen, die vermeintlich am besten und edelsten sind. „From Nose to Tail“ heißt das, übersetzt „Von der Nase bis zum Schwanz“. Und das ist nicht nur nachhaltig, sondern macht das Ganze auch preiswerter.

In den gemischten Rindfleischpaketen sind zum Beispiel Hack-, Braten- und Rouladenfleisch enthalten, Gulasch und Suppenknochen. Das Familienpaket enthält beispielsweise noch Bratwürste. Ich wollte mir aber mein eigenes Paket zusammenstellen, und so ist eine ganz schöne Auswahl dabei herausgekommen. Für den Gutschein habe ich über vier Kilo Fleisch von Weiderindern bekommen, die von regionalen Metzgern handwerklich geschlachtet wurden. Oben im Artikelbild sehr Ihr die komplette Auswahl. Die einzelnen Cuts und Verarbeitungsprodukte stelle ich Euch jetzt kurz vor.

Das war drin in meinem Fleischpaket vom Weiderind

Mein Paket kam übrigens direkt vom Metzger Urich aus Bad König, einem der Kooperationspartner von My Local Meat. Alle Produkte stammen vom Odenwälder Weiderind, im gemischten Hackfleisch außerdem ein Teil Fleisch vom Odenwälder Hausschwein.

Hackfleisch und Burgerpatties

Das Hackfleisch habe ich noch am selben Tag „weggebraten“, wie meine Freundin Anne sagt. Da es einigermaßen rasch verdirbt und ich es nicht einfrieren wollte, kam es in einer klassischen Sauce Bolognese auf den Tisch. Da das Fleisch noch halb gefroren war, hat es nach dem Anbraten ein wenig Wasser gezogen, das sich aber schnell verflüchtigt hat, sodass ich alles schön krümelig braun anbraten konnte. Das Hack war mager und fest, wie ich es mag, und hatte ein schönes Aroma. Hier ein paar Bilder:

Hackfleisch

Die Rindfleisch-Patties habe ich drei Tage später gebraten. Obwohl ich sonst eher auf Burger mit veganem oder vegetarischen Patty stehe, und den meist auswärts esse, waren die hier superlecker. Das fand auch mein Mann, der zwar freiwillig Flexitarier ist, aber sich sehr freut, wenn es zuhause mal Fleisch gibt ;-).

Burger

Osso Buco

Osso BucoSo, jetzt kommen wir zu den Schmorstücken, die zwar ein wenig mehr Arbeit machen, als mal eben schnell ein Steak in die Pfanne zu hauen, aber es lohnt sich. Osso Buco heißt „Knochen mit Loch“. Es handelt sich um eine Beinscheibe vom Rind, mit dem Knochen in der Mitte. Es gibt natürlich auch Gerichte aus der traditionellen, heimischen Küche, bei der die Beinscheiben zum Einsatz kommen, aber „Osso buco“ ist mittlerweile auch bei uns recht bekannt. Und so habe ich genau dieses Gericht aus Mailand für Freunde gekocht. Das Rezept gibt es bald hier im Blog.

Bäckchen

Im zweiten Schmorgericht, das ich ebenfalls für Freunde kochen werde, weil ich erstens nicht in kurzer Zeit so viel Fleisch essen möchte, es zweitens auch immer etwas Besonderes ist und ich mich drittens freue, wenn Besuch da ist, verarbeite ich die Rinderbäckchen. Die sind – wie die Beinscheiben – vergleichsweise günstig und schmecken weich geschmort einfach fantastisch. Bevor ich es eingefroren habe, habe ich das Fleisch rundherum angebraten und mit Röstgemüse in Rotweinfond drei Stunden im Backofen geschmort. Nach dem Auftauen wird die Sauce püriert, bevor die Bäckchen wieder hinein kommen. Das Ganze bekommt einen „Deckel“ aus Kartoffelscheiben und wird noch einmal für eine gute halbe Stunde in den Ofen geschoben. Und ganz am Schluss wird alles noch mit Parmesan gratiniert.

Rinderbäckchen

Ob es gelingt und wie es geschmeckt hat, werde ich dann auch hier im Blog berichten.

Onglet und Flank Steak

Mein Paket enthielt außer dem zerkleinerten Fleisch und den Steaks vom WeiderindTeilstücken zum Schmoren auch zwei verschiedene Steaks à 400 bzw. 300 Gramm. Das erste Steak ist ein Onglet Steak, auch Hanging Tender genannt, das perfekt zum Grillen oder Kurzbraten ist. Es soll zart wie ein Filet sein und den kräftigen Fleischgeschmack eines Ribeye haben. Das Besondere: Pro Rind gibt es dieses Teilstück nur einmal. Auf Deutsch wird es „Nierenzapfen“ genannt. Das andere Steak ist das bekanntere Flank Steak. Das wird gerne im Ganzen gebraten und z. B. in Streifen auf Salat serviert. Das Teilstück ist aus dem Bauchlappen, der sogenannten Dünnung, geschnitten, ist leicht marmoriert und soll sehr aromatisch schmecken.

Falsches Filet

Falsches Filet vom WeiderindWährend das „echte“ Filet Steak, das als zartestes und wertvollstes Teilstück vom ganzen Rind gilt, aus dem Hinterviertel stammt, ist das Falsche Filet ein Stück aus der Rinderschulter. Wie sehr es optisch tatsächlich dem echten Filet ähnelt, kann ich schlecht sagen. Der Geschmackstest liegt ebenfalls noch vor mir.

Laut www.mylocalmeat.de lässt sich das glatte und recht magere Stück sehr gut braten und schmoren – am Stück oder zu Gulasch geschnitten. Mehr Infos zu diesem und zu den anderen Teilstücken gibt es auf der Website im Lexikon. Grafiken zeigen dort, welcher Cut wo am Tier zu finden ist. Und ein paar Rezepte gibt es auch.

Noch ein paar Worte zum Verpackungsmüll

Verpackungsmaterial My Local Meat

Gerade bei Lebensmittel-Bestellungen aus dem Internet finde ich den Verpackungsmüll einen wichtigen Aspekt. Der hat mich zum Beispiel vor einiger Zeit beim Ausprobieren der Kochbox von Marley Spoon sehr gestört. Ohne Verpackung geht es natürlich bei verderblicher Ware nicht, und ich fand das jetzt ganz gut gelöst: Die Thermoschicht des „My Local Meat“-Fleischpaketes besteht aus Stroh. Das kann man sogar noch an Kaninchen & Co. verfüttern. Die Kühlakkus mit Wasser können ausgeleert und wiederverwendet werden. Fleisch und Kühlakkus befanden sich zum Schutz vorm Auslaufen in dünnen Plastiktüten. Lediglich die Vakuumverpackungen der Fleischstücke selbst sind aus dickerem Plastik. Wie auf mylocalmeat.de nachzulesen ist, sind diese optimal zum sofortigen Einfrieren geeignet, können aber auch zum Sous-vide-Garen verwendet werden:

Wenn all das (Sous-vide-Gerät, Dampfgarer etc.) nicht da ist, versuchen Sie es mal in der Spülmaschine bei einem Programm mit 55 Grad.

Das hätte ich fast ausprobiert und hatte auch schon ein wenig dazu recherchiert. Dann ist mir aber eingefallen, dass mein Thermomix mit einem kleinem Zubehör ebenfalls Sous-vide-Garen kann. Auf diese Weise werde ich gleich das Flank Steak garen, das noch im Kühlschrank liegt. Auch darüber berichte ich bald gerne hier.


Update vom 05.09.2020  Hier der Bericht: Fleisch Sous-vide-Garen mit dem Thermomix TM5

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2 Kommentare

  1. Danke für Deinen ausführlichen Bericht, Melanie: das liest sich prima und das sieht alles prima aus – also schreit es förmlich danach, dass meine Frau und ich auch unbedingt mal eine Bestellung bei diesem Startup platzieren müssen. 🙂

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