Mitmachaktion „Ernten um zu säen“

Ernten um zu säen - Mitmachaktion

Vor einiger Zeit hatte ich die Mitmachaktion „Ernten um zu säen“ von Aktion Agrar entdeckt und samenfestes Saatgut von bestimmten Erbsen- und Bohnensorten bestellt. Jetzt war es Zeit, zumindest die Erbsen schonmal unter die Erde zu bringen. Über meine Pflanzerfolge halte ich euch natürlich auf dem Laufenden. Bis die ersten Keimblätter erscheinen, verrate ich euch aber erstmal, um was es bei dem Projekt geht.

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung und eigentlich ein über Jahrtausende gewachsenes Gemeingut.

Heute ist Saatgut ein Gewinnfaktor für einige wenige Unternehmen, die den Weltmarkt dominieren. Die meisten Samen sind durch technische Mechanismen, wie die Hybridzüchtung (mehr zu Hybridsaatgut hier), biologisch nicht mehr sortenfest vermehrbar oder durch rechtliche Mechanismen, wie Patente und Sortenschutz, nicht mehr frei zugänglich. Landwirt*innen müssen dieses Saatgut  jedes Jahr neu zukaufen. Gleichzeitig werden Bauern und Bäuerinnen weltweit zunehmend in ihrem Recht beschnitten, ihr traditionelles und regional angepasstes Saatgut selber zu vermehren, zu verwenden und zu verkaufen.

Das möchte Aktion Agrar mit der Mitmachaktion ins öffentliche Bewusstsein bringen und zu einer Wende in der Saatgutpolitik und -praxis beitragen. Mehr Hintergrundinformationen gibt es hier: aktion-agrar.de/saatgut-gemeingut.

Eine enkeltaugliche, nachhaltige Landwirtschaft, die mit den neuen Herausforderungen des Klimawandels zurechtkommt und gleichzeitig weniger Klimaemissionen verursacht, wird nur mit Sortenvielfalt und Saatgutsouveränität möglich werden.

Wie ihr mitmachen könnt

Als allererstes könnt ihr den Appell „Saatgut-Vielfalt stärken – bäuerliche Saatgutsyteme schützen!“ auf aktion-agrar.de/saatgut unterzeichnen.

Die Samen habe ich freundlicherweise von Aktion Agrar bekommen und einen Teil schon an meine Nachbarn weitergegeben, die unseren Gemeinschaftsgarten bewirtschaften. Mittlerweile ist das Saatgut leider vergriffen, aber ihr könnt auch bei den Kooperationspartnern der Aktion nach den alten Sorten suchen und noch mitmachen:

Die Zuckererbse Weggiser gibt es zum Beispiel hier: sativa.bio/de/gemuese/erbsen/kefen-und-knackerbsen/weggiser-prospecierara

Zuckererbse Weggiser auf meinem Balkon

Ich wohne unterm Dach und gärtnere dieses Jahr aus Zeitgründen voraussichtlich nur auf meinem Balkon. Dort steht jetzt ein neues Mini-Hochbeet, in dem ich am Wochenende eine Reihe Erbsen ausgesät habe. Die Fäden zum Klettern sind schon gespannt. Und in den vorderen Teil kommt im Mai noch Kapuzinerkresse.

 Zuckererbse-Weggiser-säen

Die Erbsensorte wurde laut Pflanzinfo des Projektes wahrscheinlich 1942 eingeführt und gehört zu den Landsorten, die sich im Hausgarten bewährt haben. Die mittelfrühe Sorte wächst etwa 150 Zentimeter hoch, hat lilafarbene Blüten und zarte Hülsen, die zwar kleiner sind als bei anderen Sorten, aber dafür zahlreicher gebildet werden. Ich bin gespannt! Auf jeden Fall werde ich noch ein Stück Kulturschutznetz über das Beet spannen, damit meine 7 (!) Saaterbsen nicht von Vögeln stibitzt werden.

Die Aussaat und Pflege der Pflanzen wird von Aktion Agrar mit regelmäßigen Newslettern begleitet. Zu gegebener Zeit kann man die Infos hier nachlesen: aktion-agrar.de/ernten-saen/anleitungen. Und natürlich macht es Sinn, die Pflanzerfolge in den verschiedenen Social-Media-Kanälen zu teilen, zum Beispiel auf Instagram unter dem Hastag #aktionagrar.

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