Blaubeere ist nicht gleich Blaubeere

In meiner Kindheit waren wir häufig im Bayerischen Wald und in Österreich, und ich kann mich gut an die vielen Blaubeersträucher erinnern, die große Flächen des Waldbodens bedeckten. Das war ein richtiges Paradies – blau-rot verfärbte Hände und Klamotten inklusive. Leider konnte man die Beeren nur bedingt mit ins Hotel nehmen, denn Waldheidelbeeren sind sehr druckempfindlich. Und so ist es auch sehr selten, dass man die kleinen blauen Früchte mit dem intensiven Geschmack auf dem Wochenmarkt findet.

Häufiger gibt es dagegen die Kulturheidelbeeren, deren Früchte viel größer sind und weniger aromatisch im Geschmack. Kulturheidelbeeren haben außerdem weißes Fruchtfleisch und eine feste Schale. Dadurch gibt es keine Sauerei beim Pflücken und die Beeren halten sich länger. Obwohl die Zuchtvariante geschmacklich kaum an die wilde Blaubeere herankommt, hat sie eine nähere Betrachtung verdient. Denn sie ist sehr beliebt, gehört zu den gesunden Superfoods und gedeiht auch im Garten prächtig.

Besonderheiten der Kulturheidelbeere

Die bei uns bekannte Kulturheidelbeere Vaccinium corymbosum L. stammt ursprünglich aus Nordamerika. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen dort Botaniker, wildwachsende Heidelbeersträucher zu kultivieren. Auch in Deutschland wurden bald Züchtungen entwickelt, die sich unter hiesigen Bedingungen zum Anbau eignen.

Mit der Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L. hat die Kulturheidelbeere dagegen genau so viel gemeinsam, wie Pflaume und Kirsche. Beide mögen jedoch einen lockeren, sauren und nährstoffarmen Moorboden.

Während die Sträucher der Waldheidelbeere nur 30 bis 50 Zentimeter hoch werden, erreicht die Kulturheidelbeere eine Höhe von bis zu zwei Metern. Von Juli bis September können drei bis fünf Kilo Blaubeeren pro Strauch geerntet werden, bei ausgewachsenen Sträuchern auch mehr.

Tipps für den Heidelbeeranbau

Bis Heidelbeersträucher ihre Größe von zwei Metern erreicht haben, können ungefähr 10 Jahre vergehen.  Wer nicht so lange auf einen vollen Ertrag warten möchte, ist daher gut beraten, beim Kauf einer Heidelberpflanze etwas mehr Geld auszugeben. Ideal sind drei bis vier Jahre alte Containerpflanzen mit einigen Seitentrieben.

Weil die Kulturheidelbeere eigentlich eine Moorpflanze ist, hat sie auch beim Boden besondere Ansprüche: ein leicht saures Milieu lässt sich gut mit einer Mischung aus Sand, Torf und Rindenmulch herstellen. Die übliche kalkhaltige Gartenerde oder Kompost sind dagegen tabu. Außerdem brauchen Heidelbeeren viel Sonne.

Einen Pflanzensteckbrief Kulturheidelbeere gibt es auch beim aid infodienst.

Mein Fazit

Schale mit BlaubeerenAuch wenn es nicht das selbe Erlebnis ist, wie früher im Wald, hat die Kulturheidelbeere doch einige Vorzüge und schmeckt meiner Meinung nach alles andere als fad und mehlig. Und so habe ich beim Blumengießen in der Urban-Gardening-Oase des Verlagshauses Gutekunst gleich eine kleine Schale für mein morgiges Müsli gepflückt. Wer einen Garten oder Platz für einen großen Pflanzkübel hat, sollte sich unbedingt die eigenen Blaubeeren leisten!

Einen Überblick über die beliebtesten Beerenarten sowie ein Rezept für Heidelbeerpfannkuchen gibt es auf docfood.info: Die Beeren sind los!

 

Über Melanie Kirk-Mechtel (136 Artikel)
Diplom-Oecotrophologin mit Webaffinität, Fachjournalistin und PR-Redakteurin. Das Wörtchen "mela", das in Melanie steckt, heißt auf Italienisch übrigens "Apfel". Der grüne Apfel in meinem Header steht außerdem für meine beiden Kernthemen Ernährung & Nachhaltigkeit. Wenn Sie Unterstützung im Bereich Kommunikation benötigen, freue ich mich auf Ihre Nachricht!

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